
ÖGD braucht Zukunft: Fachkräfte sichern, Digitalisierung weiterdenken, Netzwerke stärken
Erlangen, 2. April 2025
Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) steht vor neuen zusätzlichen Herausforderungen: Neben seinen bekannten Aufgaben beim Infektionsschutz, dem Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen, der Hygienekontrolle und -beratung, der Betreuung psychisch Kranker und vielem mehr muss er in Zukunft viele neue Aufgaben für die Gesundheit der Bevölkerung übernehmen – wie dies gelingen kann und was dafür nötig ist, steht im Mittelpunkt des 74. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) und seiner Partnerorganisationen, der vom 1. bis 4. April in Erlangen stattfindet.
„Wir begrüßen, dass die von CDU/CSU und SPD eingesetzte Arbeitsgruppe Gesundheit für einen Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung empfiehlt, den sogenannten Pakt für den ÖGD über 2026 hinaus fortzusetzen und dafür ab 2027 jährlich 750 Millionen Euro vorzusehen“, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Dr. Kristina Böhm, auf der Eröffnung des Kongresses heute in Erlangen. Jetzt komme es darauf an, dies auch im endgültigen Koalitionsvertrag zu verankern und in der neuen Legislaturperiode von Bund, Ländern und Kommunen konsequent umzusetzen. „Die Herausforderungen für den ÖGD nehmen weiter zu – sei es durch Pandemien, den Klimawandel oder neue sicherheitspolitische Lagen. Der ÖGD braucht dauerhaft starke Strukturen, um seinen zentralen Aufgaben in Prävention, Gesundheitsförderung und Bevölkerungsschutz gerecht zu werden“, betonte sie.
Ein positiven Ausblick gab auch die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG), Dr. Susanne Pruskil. „Bei der wissenschaftlichen Verankerung der Bevölkerungsmedizin gibt es in Deutschland erheblichen Nachholbedarf. Aber die neu eingerichteten Lehrstühle für den ÖGD in Dresden, Köln und Leipzig setzen wichtige Impulse für unser Fachgebiet und arbeiten bereits eng mit unserer Fachgesellschaft zusammen. Aktuelle Bestrebungen, Lehr- und Forschungsgesundheitsämter zu etablieren, können einen weiteren wichtigen Beitrag für die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis liefern. Denn wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht in der Theorie bleiben, sondern sie müssen in der Praxis ankommen“, so Pruskil.
Unter dem Motto „Netzwerke im ÖGD – Gesundheit kreativ, digital und lebensnah gestalten“ treffen sich vom 1. bis 4. April in der Universitätsstadt über 2.500 Fachkräfte aus Gesundheitsämtern, Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Veranstaltet wird der Kongress gemeinsam vom BVÖGD, der DGÖG, dem Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte im ÖGD (BZÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit.
Der Kongress findet zusammen mit dem 11. Bayerischer Kongress für den
Öffentlichen Gesundheitsdienst des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit statt.
Neben hochkarätigen Fachvorträgen und Workshops umfasst das Programm über 400 wissenschaftliche Beiträge aus allen Bereichen des ÖGD – von Infektionsschutz über Kinder- und Jugendgesundheit bis zu Digitalisierung und Umweltmedizin.
Die Pressekonferenz findet statt am Donnerstag, 3. April 2025, 13.30 Uhr, Konferenzraum 5 in der Heinrich-Lades-Halle, Rathausplatz 2, 91052 Erlangen.
Eine Online-Teilnahme ist möglich.
Anmeldung zur Pressekonferenz unter veranstaltungen@congress-compact.de
Weitere Informationen zum Programm und zu den Veranstaltern finden Sie unter: http://www.bvoegd-kongress.de